Reisebericht


Die Kundgebung vor dem Chinesischen Konsulat in München am 5.Juli 2013 war ein Erfolg gegen die Diktatur in China. Anlass dieser Kundgebung war der 4. Jahrestag eines Massakers, welches in Urumqi in China stattgefunden hatte. Damals wurde mit großer Gewalt und Brutalität eine friedliche Kundgebung aufgelöst. Dabei kamen Hunderte Uiguren zu Tode und Tausende wurden verschleppt. Es ist anzunehmen, dass inzwischen viele Gefangene getötet und ihre Körper geschändet worden sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden den Gefangenen auch ihre Organe geraubt.

Zu Beginn der Kundgebung gab es einige Probleme bezüglich der Genehmigung zur Demonstration. Geplant war vom WUC eine Kranzniederlegung zu Ehren der Ermordeten. Diese Kranzniederlegung konnte aber nicht durchgeführt werden, da eine Genehmigung nicht vorlag. Chinesische Behörden haben einen Fehler im Antrag zur Kranzniederlegung ausgenutzt, um die Kranzniederlegung zu verhindern. Also auch in Deutschland ist der Arm der Chinesischen KPC lang und mächtig. Den vor Ort anwesenden Polizisten tat dieser Umstand sehr leid.

Trotzdem der anfänglichen Schwierigkeiten wurde die gewaltfreie Kundgebung durchgeführt. Den Teilnehmern wurde seitens der Polizei ein großes Lob wegen der problemlos durchgeführten Kundgebung ausgesprochen. Die Uiguren brauchen keine Gewalt, um sich Gehör zu verschaffen. Jeder Uigure hält sich an Recht und Gesetz.

Zu Beginn der Kundgebung wurden verschiedene Redner namentlich begrüßt, darunter auch der Verfasser des Artikels. Anschließend setzte ein langes Rufen nach Gerechtigkeit ein. Die Teilnehmer verlangten in langen und lauten Sprechchören: Freiheit für die Uiguren, Demokratie für die Uiguren, Menschenrechte für die Uiguren.

Alle Redner haben die Menschenrechtsverletzungen in China angeprangert, es wurde darauf hingewiesen, dass Uiguren ebenso wie andere Minderheiten rücksichtslos verfolgt und eliminiert werden.

Schulter an Schulter standen Uiguren, Türken, Deutsche, Frauen und Männer, Kinder in Eintracht nebeneinander, um für die Sache zu kämpfen. Mit Worten! Menschlichkeit und Menschen fanden zusammen, Vorbehalte gab es absolut keine. Muslime und Christen waren eine Einheit, waren Freunde. Es wurden neue Freundschaften geschlossen, alte bekräftigt. Ich stand inmitten neuer Freunde und schaute mich um und sah dort Menschen, die ihre Heimat verloren haben. Viele Menschen waren traurig ihres Verlustes wegen. Ich fragte mich, wie ich mich fühlen würde, wenn jemand mir meine Heimat geraubt hätte?

Am Ende der Kundgebung, die gut 2 Stunden dauerte, verabschiedeten wir uns, wir umarmten uns und gelobten, nicht aufzugeben. Besonders traurig war ich allerdings über die Tatsache, dass sich kaum jemand für das Schicksal der Uiguren interessiert hatte. Warum geht nicht ein Aufschrei durch diese Gesellschaft, warum schauen wir immer noch zu?

Im nächsten Jahr zum 5. Jahrestag fahre ich wieder dorthin und werde wieder eine Rede halten.